Die Rentenfrage

Alles zur Rente | Einfach erklärt und gut verdaulich

Reicht meine Rente zum Leben?

Renteninformation verstehen – was bekommst du später?

04.11.2026 18 min

Zusammenfassung & Show Notes

Reicht meine Rente später zum Leben? 

Eine Frage, die sich viele stellen – und mit der wir uns oft erst beschäftigen, wenn die eigene Rente plötzlich näher rückt. 

In der ersten Folge von „Die Rentenfrage“ schaut Johannes gemeinsam mit Katja Braubach, Rentenexpertin der Deutschen Rentenversicherung Bund, genauer hin: Wie wird die gesetzliche Rente eigentlich berechnet? Was verraten die Beträge in deiner Renteninformation? Und was haben Entgeltpunkte damit zu tun?

Außerdem geht es darum, welche Zeiten für deine Rente angerechnet werden, warum eine Kontenklärung so wichtig ist und wie du mit zusätzlicher betrieblicher oder privater Altersvorsorge für später vorsorgen kannst.
Also: Wie viel Rente kannst du erwarten – und was kannst du heute schon tun, damit es später reicht?

Aktuelle Rentenwerte
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/Zahlen-und-Fakten/Werte-der-Rentenversicherung

🎧 Willkommen bei „Die Rentenfrage“!
Wie funktioniert die gesetzliche Rente? Was solltest du über deine Altersvorsorge wissen? Und was bedeuten die ganzen Begriffe eigentlich?

In unserem Podcast stellen wir die Fragen, die sich viele stellen – und geben gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung verständliche Antworten.

Weiterführende Informationen und hilfreiche Links zur aktuellen Folge findest du direkt im Anschluss an diese Einleitung.

Was steht eigentlich in deiner Renteninformation? Und wie setzt sich deine spätere Rente zusammen?
  • Informationen zur Renteninformation und Rentenauskunft bei der Deutschen Rentenversicherung
  • Entgeltpunkte einfach erklärt: Wie werden sie berechnet und was bedeuten sie für deine Rente?
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Allgemeine-Informationen/Wie-wird-meine-Rente-berechnet/Wie_wird_meine_Rente_berechnet.html

Aktuelle Rentenwerte findest du hier
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📝 Versicherungsverlauf prüfen
Sind alle Zeiten deines Lebens in deinem Rentenkonto erfasst? Mit einer Kontenklärung kannst du fehlende Angaben ergänzen lassen.
  • Informationen zur Kontenklärung
  • So kannst du deinen Versicherungsverlauf prüfen lassen
💬 Persönliche Beratung
Du möchtest wissen, wie es um deine Altersvorsorge steht? Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose und unabhängige Beratung an.
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  • Beratung telefonisch oder per Video
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In den nächsten Folgen von „Die Rentenfrage“ geht es unter anderem darum, ob die gesetzliche Rente sicher ist und welche Möglichkeiten der zusätzlichen Altersvorsorge es gibt.

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Die Rentenfrage – alles zur Rente. Schnell, einfach, gut verdaulich, yummy!

Transkript

Ist das so was wie Payback-Punkte? Nein, Entgeltpunkte sind keine Paybackpunkte. Frisst die Inflation meine Rente auf? Die Sorge ist berechtigt. Reicht mir das zum Leben? Sie sind doch da, die Experten. Ich hätt da mal ne Frage, wegen der Rente. Die Rentenfrage. Alles zur Rente. Einfach, schnell und gut verdaulich. Yummy! Deine Renteninformation flattert ins Haus und dort steht 1.420,40 € reguläre Altersrente. Wenn alles so bleibt, wie es ist bis zum Renteneintritt. Und da fragst du dich vielleicht: „Reicht mir das zum Leben?” Ja, ich frage mich das auch öfters. Mein Name ist Johannes Schuurmans, ich bin jetzt 42, habe zwei Kinder und in jüngeren Jahren war das Thema immer sehr weit weg für mich. Aber mittlerweile merke ich auch, dass ich mich gedanklich immer öfter frage Wie komme ich denn später klar? Mit dieser Frage und vielen anderen Themen rund um die Rente wollen wir uns in den nächsten Folgen von „Die Rentenfrage” beschäftigen. Und wenn du noch Anregungen oder Themenwünsche hast, dann schreib das doch bitte in die Kommentare. Zum Einstieg muss ich sagen Ich selbst arbeite als Redakteur bei der Deutschen Rentenversicherung Bund. Ich bin also kein Rentenexperte. Aber ich habe einen großen Pool an Expert_innen, auf den ich zurückgreifen kann, hier aus unserm Haus. Und heute ist bei mir Katja Braubach, Rentenexpertin der Deutschen Rentenversicherung Bund. Sie bearbeitet seit circa 30 Jahren Rentenfragen aller Art und gerne auch mal in Funk und Fernsehen. Hallo Katja! Hallo Johannes, vielen Dank für die Einladung! Ja, gerne. Auf jeden Fall. Ich freue mich sehr, dass du da bist. Und dann fange ich doch gleich mal mit meiner ersten Frage an: Katja, stell dir vor, morgen liegt deine Renteninformationen im Briefkasten. Freust du dich oder kriegst du eher Schnappatmung? Ach, weißt du, inzwischen freue ich mich wirklich, weil ich habe jetzt 2/3 meines Berufslebens oder mehr davon eigentlich schon hinter mir. Ich befinde mich sozusagen auf der Zielgeraden. Ja, das kann ich mir vorstellen. Bei mir dauert das noch ein bisschen. Wie ist es denn mit der Renteninformation, wenn ich ganz normal angestellt arbeite? Vom Prinzip her schicken wir ab dem 27. Lebensjahr diese Renteninformationen raus. Voraussetzung ist natürlich, dass du schon für fünf Jahre Beiträge eingezahlt hast, weil nur dann hast du auch ein Rentenanspruch, mit dem wir rechnen können. Und dann bekommst du jedes Jahr einmal ab April bis Ende des Jahres die Renteninformationen zugeschickt. Nicht immer zum gleichen Zeitpunkt. Das ändert sich immer. Also nur weil du jetzt in diesem Jahr im April schon die Renteninformationen bekommst, kann es im nächsten Jahr auch durchaus Oktober oder November werden. Okay, na ja, und damit ich jetzt weiß, ob meine Rente zum Leben reicht, müsste ich ja ungefähr wissen, wie hoch sie dann sein wird. Und in der Renteninformation stehen ja gleich mehrere Beträge drin. Drei Stück, wenn ich mich richtig erinnere. Was genau sagen die eigentlich aus? Du erinnerst dich richtig. Es sind drei Beträge, die drin stehen. Und das sind aber auch drei unterschiedliche Fälle. Fangen wir mal mit dem ersten an. In der obersten Zeile steht praktisch drin, wie hoch deine Erwerbsminderungsrente wäre, heute, wenn du jetzt erwerbsgemindert bist. Erwerbsgemindert bedeutet, dass du nicht mehr arbeiten kannst, entweder aufgrund von Erkrankung oder eines Unfalls. An zweiter Stelle steht dein heutiger Anspruch auf Altersrente. Das bedeutet, das, was du jetzt schon erarbeitet hast, was dir praktisch sicher ist. Das es die zweite Position. Und in der dritten Position, wir gehen davon aus, dass du noch weiter arbeitest, bis zu deiner Regelaltersgrenze, also bis 67 in deinem Fall. Da erfolgt eine Hochrechnung mit den Beiträgen, die du in den letzten 5 Jahren eingezahlt hast. Daraus wird ein Durchschnitt gebildet und mit dem Durchschnitt wird weiter gerechnet, bis du 67 geworden bist. Wichtig ist noch die Beträge, die dort stehen, das sind Bruttobeträge. Das ist wie bei deinem Gehaltszettel. Vom Bruttogehalt gehen ja auch noch Beiträge ab für Kranken- und Pflegeversicherung. Das ist auch bei der Rente so. Und in aller Regel zahlst du auch Steuern. Gut, das klingt erst mal logisch. Aber wie entstehen diese Beträge eigentlich? Na ja, du arbeitest ja für dein Gehalt. Von deinem Gehalt zahlst du ja Beiträge zur Rentenversicherung und aus diesen Beiträgen werden sogenannte Entgeltpunkte berechnet. Entgeltpunkte? Ja. Okay. Ist das so was wie Payback-Punkte, oder wie muss ich mir das vorstellen? Nein, Entgeltpunkte sind keine Payback-Punkte. Entgeltpunkte sind eine mathematische Größe in der Rentenberechnungsformel. Deine Beiträge oder dein Gehalt, Was du hast, wird umgerechnet in Entgeltpunkte. Damit wird dein Gehalt verglichen mit dem Durchschnittsverdiener aller Versicherten. Der Durchschnittsverdienst aller Versicherten liegt jetzt im Jahr 2026 bei ungefähr 52.000. Hast du mal so ein richtig größer hast Verdienste? Genau diesen Durchschnittsverdienst bekommst du einen Punkt gutgeschrieben. Verdienst du mehr, kriegst du entsprechend mehr Punkte. Verdienst du weniger, kriegst du entsprechend weniger Punkte. Und das summiert sich dann über dein gesamtes Berufsleben, bis du dann irgendwann in Rente gehst. Okay, aber wie genau wird aus den Punkten dann dieser Betrag oder diese Beträge, die auf der Renteninformation stehen? Ich sagte ja eben, die Punkte werden über dein gesamtes Berufsleben addiert und zum Schluss wird eine Summe gebildet und die Summe dieser Entgeltunkte wird multipliziert mit einem aktuellen Rentenwert. Der liegt jetzt so bei ungefähr 41 €. Das heißt, für einen Punkt kriegst du eine monatliche Rente von 41 €. Und wenn wir nachher die Summe deiner Entgeltpunkte aus deinem Berufsleben haben, multiplizieren wir das mit dem dann gültigen aktuellen Rentenwert, der steigt, bist du 67 bist noch ein bisschen, weil der entwickelt sich immer entsprechend der Lohnentwicklung und wird immer zum 1. Juli erhöht. Gut, damit kann ich jetzt was anfangen und mir vorstellen, wie die Beträge zustande kommen. Jetzt mal ganz egoistisch gefragt. Also ich habe ja zwei Kinder und ich war in Elternzeit. Zählt die Zeit für die Rente eigentlich mit oder falle ich dann da irgendwie durchs Raster und kriege nichts? Du bekommst auch Punkte für Zeiten, wo du selber nicht eingezahlt hast. Zum Beispiel für die Elternzeit, was du gerade gesagt hast. Es gibt in der Rentenversicherung auch sogenannte Kindererziehungszeiten. Da wirst du so gestellt, als hättest du den Durchschnitt aller Versicherten verdient. Das heißt, wenn du ein Jahr zu Hause geblieben bist, bekommst du für dieses Jahr den Durchschnitt aller Versicherten gutgeschrieben, also praktisch einen Entgeltpunkt. Gut, da bin ich ja schon mal froh, dass Kindererziehungszeiten auf jeden Fall berücksichtigt werden. Gibt es denn noch andere Zeiten, wo ich jetzt nicht arbeite, wo ich dann aber trotzdem auch was bekomme? Gibt es auch. Du bist ja nun ein Mann, hast vielleicht auch in deiner früheren Zeit mal Bundeswehr gehabt oder Zivildienst gemacht. Da zahlt der Staat auch für dich Beiträge ein oder wenn du mal länger krank bist, ins Krankengeld rutscht oder mal arbeitslos bist und Arbeitslosengeld bekommst, dann zahlen auch die Sozialleistungsträger Beiträge ein, die dann natürlich auch für die spätere Rente gelten. Gut, man geht in keinem Fall sozusagen komplett leer aus, kann man sagen. Solange du Leistungen beziehst, von irgendwoher werden auch immer Punkte eingezahlt. Okay, das ist schon mal gut zu wissen. Was kommt bei den meisten Menschen am Ende denn ungefähr raus? Also wie hoch ist so eine typische Rente in Deutschland? Eine typische Rente gibt es ja nicht. Die Rente ist ja ein Spiegelbild deines Berufslebens. Und es gibt ja nicht so dieses typische Berufsleben. Es gibt Menschen, die arbeiten sehr viel als Angestellte, zahlen hohe und viele Beiträge ein. Dann gibt es aber auch diese sogenannten unterbrochenen Biografien. Das heißt, man arbeitet erst als Angestellter, macht sich selbstständig oder wird dann Beamter oder geht ins Ausland. Das heißt, so eine typische Rente an sich gibt es nicht. Typischerweise kann man aber sagen, dass Männer eine höhere Rente bekommen als Frauen. Mhm. Und warum ist bei Männern die Rente höher als bei Frauen? Männer haben eben oft Jobs mit höheren Verdiensten. Frauen arbeiten oft auch in Berufen, wo man weniger Geld verdient. Als Verkäuferin, als Friseurin zum Beispiel. Oder Frauen kümmern sich auch um die Familie, machen die Carearbeit, pflegen Angehörige und haben damit eben auch diese unterbrochenen Berufskarriere, sage ich mal, und verdienen dann natürlich weniger und und schlechter oder seltener. Und das spiegelt sich dann natürlich auch in der Rente wieder, dass die Rente dann niedriger ausfällt. Okay, das ist noch ein ziemliches Ungleichgewicht. Kann man so sagen. Letztendlich müssen wir Frauen eben auch so ein bisschen auf uns selber aufpassen. An der Stelle, wenn ich wegen der Kinder zu Hause bin und mein Mann seine Karriere macht, muss ich es halt auch einfordern, dass für mich auch eine Altersvorsorge abgeschlossen wird oder bezahlt wird, in welcher Form auch immer. Da muss man wirklich als Familie dann auch reden, wie man das stemmen möchte. Okay, das ist so der Gender-Gap? Gender-Pay-Gap oder der Gender-Pension-Gap. Vielleicht auch ein Thema, was man noch mal genauer beleuchten könnte. Also wenn Sie das interessiert, dann schreiben Sie es doch ruhig in die Kommentare. Um jetzt noch mal auf die Renteninformation zurückzukommen. Wir hatten ja eben besprochen, das sind Bruttobeträge. Wie ist das denn mit den Nettobeträgen? Was kann man denn da so sagen im Durchschnitt? Wie viel ist das? Wenn du dir deine Renteninformationen anschaust, je nachdem, in welcher Krankenkasse du versichert bist, ob du Kinder hast oder nicht, dann zahlst du so zwischen 12 bis 13% für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Das kannst du von deinem Bruttobeträgen schon mal runterrechnen und dann zahlst du in aller Regel auch Steuern, weil die Rente ein steuerpflichtiged Einkommen ist. Zur Steuer können wir die jetzt leider keine Faustformel nennen, weil das ist immer individuell. Hast noch andere Einkünfte? Bist du verheiratet? Hat ein Ehepartner noch Einkünfte? Hast du eine Betriebsrente? Alles fällt ja so in die Steuer hinein. Da hilft dir aber das Finanzamt Bayern an der Stelle. Das Finanzamt Bayern hat einen guten Pensionsrechner oder Steuerrechner für Rentner auf der Internetseite. Den kann man auch ganz gut bedienen. Auf den ersten Blick sieht er unübersichtlich aus, aber wenn man so mal langsam Zeile für Zeile durchgeht, wird alles abgefragt. Man gibt alles ein und dann kriegt man so die steuerliche Belastung aus heutiger Sicht natürlich raus. Okay, im Finanzamt Bayern, das gilt ja trotzdem dann auch für ganz Deutschland. Genau. Genau. Um jetzt noch mal auf die Entgeltpunkte zurückzukommen: Wie viele Punkte sollte ich denn am Ende haben, damit ich auf eine Rente komme, von der ich auch leben kann? Das würde ich an der Stelle gar nicht an Punkten festmachen, weil wir auch gar nicht wissen, wie viele Punkte nachher du brauchst, um eine vernünftige Rente zu bekommen, weil da ja auch noch der aktuelle Rentenwert eine Rolle spielt, der sich ja jedes Jahr erhöht. Das heißt, wir wissen gar nicht, wie viel in 20 Jahren, wenn du in Rente gehst, ein Punkt wert ist. Man geht eher anders ran. Man sagt so, dass man so 70 bis 80% vom Netto braucht im Rentenalter, um vernünftig leben zu können, um den Lebensstandard aufrechtzuerhalten. 70 bis 80% deshalb, weil du im Rentenalter nicht mehr so viele Ausgaben hast oder andere Ausgaben hast als heute. Du sagtest ja, du hast zwei Kinder, die musst du heute finanziell noch unterstützen. Vielleicht auch noch bis zum Studium und danach sind sie dann hoffentlich raus aus deinem Portemonnaie und dann sparst du dir das Geld. Hast du denn vielleicht auch keinen Kredit mehr zu laufen? Ja. Deswegen sagt man so 70 bis 80 % vom Netto. Okay? Ja, das kann ich mit meiner Situation ganz gut vergleichen oder mir vorstellen. Ein anderes Thema hätte ich noch. Einige Bekannte sind da an mich herangetreten, nachdem sie gehört haben: „Oh, du bist ja jetzt bei der Rentenversicherung”. Also da kam so die Frage: „Frisst die Inflation meine Rente auf?” Die Sorge ist berechtigt. Die Renten entwickeln sich entsprechend der Lohnentwicklung, nicht mit der Inflation. Und wenn du selber auf deinen Lohnzettel guckst, mal kriegst du mehr Lohnsteigerungen als die Inflation sich entwickelt und mal auch weniger. Aber auf lange Sicht betrachtet gleicht sich das aus. Wenn wir uns die letzten 20-30 Jahre mal anschauen bei der Rentenversicherung, dann war die Rentenerhöhung im Durchschnitt etwas höher als die Inflation. Und auch du willst ja irgendwann mal länger Rente beziehen als nur ein, zwei Jahre. Wir erinnern uns noch Inflationsbeträge von 8% oder so was. Das sind aber immer nur so Momentaufnahmen. Auf lange Sicht betrachtet passt das dann ganz gut. Okay. In den Medien kommt es immer ein bisschen anders rüber... Es wird immer gefordert, dass die Rente sich der Inflation anpassen soll. Aber als die Inflation bei 1% war, gab es diese Forderung komischerweise nicht. Gut. Ja, das ist ja schon mal, finde ich, ein sehr guter Überblick. Also, wenn jetzt hier jemand zuhört und merkt: „Okay, das Thema betrifft mich, aber ich habe keine Ahnung, wo ich jetzt anfangen soll.” Was wäre denn dein wichtigster erster Schritt? Der wichtigste erste Schritt ist eine sogenannte Kontenklärung. Das bedeutet, es wird dein Versicherungsverlauf überprüft. Der Versicherungsverlauf ist praktisch Basis für die Rentenberechnung. Der sollte möglichst vollständig sein. Und da zählen auch Schulzeiten zu, Studienzeiten, wenn man im Ausland war und dort gearbeitet hat. Da gibt es Länder, mit denen haben wir Verträge. Das heißt, die Zeiten würden wir als Zeit anerkennen. Die Beiträge verbleiben aber in dem entsprechenden Land. Du kriegst also zwei Renten später mal, aber einfach mal diesen dein Berufsleben bei uns mal abklären, ob alles drin ist oder nicht. Okay. Ja, Kontenklärung gut, dann hat sich mir das jetzt auch mal richtig erschlossen. Das hat also nichts mit meiner Bank zu tun. Ich muss nicht in meinem Fall die Sparkasse anrufen. Genau. Du rufst die Deutsche Rentenversicherung bitte an! Okay, das mache ich. Das ist auf jeden Fall gut zu wissen. Das heißt, ich kann mich halt an die Rentenversicherung wenden und sagen Ich möchte gern eine Kontenklärung machen und all meine Zeiten abklären und werde unterstützt. Genau, das solltest du im Idealfall machen, wenn es um die 40 bist. Weil dann hast du auch in aller Regel noch deine Schulzeugnisse. Universitäten haben dich auch noch irgendwie im Bestand, die Aufenthaltsfristen sind noch nicht abgelaufen. Man kommt noch gut an die Unterlagen ran.Es sind eine Menge Formulare auszufüllen, das macht keinen Spaß, aber da lassen wir dich auch nicht alleine. Das heißt, die Kontenklärungsformulare, das machen wir in den Auskunfts- und Beratungsstellen oder am Service-Telefon oder in der Videoberatung. Da gehen wir das Schritt für Schritt mit dir durch. Du sagst dann immer, wo du was hast. Das tragen wir entsprechend ein und du lädst hinterher die Unterlagen hoch, schickst sie uns online und dann kommen wir auch gut zueinander. Mit der Hilfe, das finde ich schon mal super. Klar, ist das sicherlich auch ein bisschen zeitaufwendig, das zu machen. Ein bisschen Papierkram. Auf jeden Fall. Du musst immer im Hinterkopf behalten: „Wenn das Versicherungskonto vollständig ist, kriegst du auch eine entsprechende Rente.” Jede Lücke wirkt sich negativ auf deine Rentenhöhe aus. Vielleicht motiviert dich das dann ein wenig. Ja, ich bin ja jetzt 42, dann sollte ich gleich mal langsam meine Zeugnisse Unterlagen zusammensuchen. Gut, wenn ich mich jetzt doch alleine an die Geschichte rantrauen möchte, dann könnte ich das online machen, richtig? Genau, da haben wir bei uns auf der Internetseite die „Online-Services” zu stehen. Da klickst du einfach drauf, sagst, du möchtest einen Antrag stellen zur Kontenklärung und wirst dann schrittweise durch die Formulare durchgeführt. Okay. Ja super. Kann man also schon mal anfangen und auch wenn man da dann nicht weiterkommt, theoretisch sich melden. Richtig. Entweder da gibt es einen kleinen Hilfe-Button, da kann man schon mal nachlesen, explizit für die Frage: „Was ist damit gemeint?” Und wenn du dann immer noch Hilfe brauchst, ruf das Service-Telefon an, sag du hängst jetzt bei der und der Frage, du verstehst sie nicht und dann hilft man dir dann auch. Gut. Unterstützt ihr mich denn nur bei der Kontenklärung, wenn ich da Probleme habe? Oder beratet ihr mich auch, was ich zum Beispiel privat noch vorsorgen könnte oder machen sollte? Da helfen wir auch. Da bieten wir spezielle Altersvorsorgegespräche an. Da geht es ja um das „Drei-Säulen-Modell”. Hast du vielleicht schon mal gehört? Hauptsäule, gesetzliche Rentenversicherung und zweite und dritte Säule sind die betriebliche und die private Altersvorsorge. Und da gibt es ja ganz viele Fragen. Da helfen wir natürlich, so ein bisschen Durchblick zu bekommen in diesem Dschungel. Wir erklären die Produkte. Was gibt es auf dem Markt? Was sind bei den Produkten Vor- und Nachteile? Was wir nicht machen, ist, dass wir dir ein spezielles Produkt empfehlen. Das dürfen wir nicht. Wir müssen neutral bleiben. Wir dürfen dich also darüber informieren, was für Möglichkeiten du noch hast. Zum Beispiel: Was ist der Unterschied zwischen einem ETF oder einer Aktie? Das wissen auch viele nicht. Die nehmen das Wort ETF gerne in den Mund, aber wissen gar nicht, was sich dahinter verbirgt. Und da helfen wir dann halt, so ein bisschen Aufklärungsarbeit zu leisten. Dann haben wir für mich auf jeden Fall schon mal ganz, ganz viel aufgeklärt, was das Thema angeht: „Reicht meine Rente zum Leben?” Ich fasse das jetzt nochmal kurz zusammen. Das Fazit: In der Renteninformation sehe ich die aktuellen Bruttobeträge meiner Rente. Davon gehen da noch Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung ab. Diese Bruttobeträge errechnen sich aus Entgeltpunkten und diese Punkte sammelt man sein Leben lang. Ein Entgeltpunkt entspricht dem aktuellen Durchschnittsverdienst in einem Jahr. Verdient man über diesem Durchschnitt, kriegt man mehr Punkte und wenn man darunter liegt, entsprechend weniger. Um keine Entgeltpunkte zu verschenken, sollte man unbedingt ab circa 40 Jahren eine Kontenklärung machen. Weil Punkte gibt es auch für Zeiten, in denen man nicht gearbeitet hat. Zum Beispiel Kindererziehungs- und Bildungszeiten, aber auch Arbeitslosigkeit, denn das wird sonst nicht erfasst. Die Summe aller Entgeltpunkte wird zum Schluss mit einem aktuellen Rentenwert multipliziert. Das sind im Moment ungefähr 41 € und daraus ergibt sich dann die monatliche Bruttorente. Reicht das dann zum Leben? Nur zum Teil. Die Altersvorsorge sollte man nach dem „Drei-Säulen-Prinzip” aufbauen. Das heißt: 1.Säule - gesetzliche Rente, 2. Säule - betriebliche Rente, 3. Säule - private Altersvorsorge. Wenn man keine Idee oder keinen Plan hat, was man privat als Vorsorge machen kann, kann man sich bei den Auskunfts -und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen. Hier wird dann alles auf den Tisch gelegt. Man sieht, wo man insgesamt steht und was man noch tun könnte, um sich zu verbessern. Ja, Johannes, das hast du gut zusammengefasst. Sehr gut. Wunderbar. Ja, dann freut mich auf jeden Fall, dass du da warst und uns hier unterstützt hast. Gerne! Vielleicht darf ich ja noch mal vorbeikommen. Vielleicht habt ihr ja noch mehr Fragen. Ja, garantiert. Ich melde mich bei dir. Wir haben bestimmt noch so einiges, was wir gerne hier besprechen möchten. So, das war's mit der ersten Folge von „Die Rentenfrage”. Unser nächstes Thema wird sein. „Ist die Rente eigentlich sicher?” Wenn dir der Podcast gefallen hat, dann folge uns doch. Und wenn Sie noch Fragen oder Anregungen haben solltest, schreib das doch gerne in die Kommentare. Ich freue mich aufs nächste Mal. Bis dann!